Startseite

Gedichte
von Karin Fehde©




Rot wie Blut


Rot wie Blut
ist die Rose der Liebe.
Sie streichelt die Gefühle,
erweckt zärtliche Triebe.


Erquicket unsere Seelen,
schmeichelt den Gedanken.
Fürwahr, ein Herz das liebt,
überwindet alle Schranken.

Rot wie Blut
ist die Rose der Liebe.

Aus dem Buch "Zur stillen Einkehr"

Totenstille


Nur das Windrad dreht sich surrend im Kreis.
Nachdenklich blicke ich zu den Flügeln empor.
Mir ist's, ich befände mich auf einer Zeitreise.
Mein Atem geht ruhig, mein Körper ist erhitzt
und eine Träne läuft über mein rotes Gesicht.

Totenstille.


Knarrend pumpt das Windrad das Wasser
aus dem lehmig, verkrustetem Erdboden.
Gleißende Sonne blendet durch die Flügel.
Bizarre, wütende Gedanken schwirren mir
durch den Kopf. Ist es Vergangenheit oder

Gegenwart ?


Dass reißende Flüsse über die Ufer treten,
riesige Eisberge durch das Klima schmelzen,
Wale in den Meeren heulen und stranden,
das Feuer Urwälder und Steppen vernichten
und Scharen von Vögeln vom Himmel fallen?


Werden die Brunnen auf Erden versiegen
und alle Sterne am Himmel verblassen?
Hilflosigkeit und Schwermut macht sich breit.
Die Windsbraut dreht mit aller Kraft das Rad.
Vom Busch schwebt ein süßer Duft herüber.

Totenstille!


Schwalben fangen Mücken im Sonnenschein.
Meine Sinne erwachen und mir wird bewusst,
dass nur eine heile Natur, Menschen, Pflanzen
und Tiere auf unserem Erdball am Leben hält.

"So wie der Mensch für die Natur sorgt -
  sorgt die Natur für alles Leben!"

Aus dem Buch "Zur stllen Einkehr"

Goldene Mitte



 Der Herbstwind treibt sein Narrenspiel
 und wirbelt die letzten Blätter hernieder.
 Was uns einst bedeutete, zählt nicht viel;
 nichts von Dauer ist ein irdisch' Ding.
 Das Glück zerbricht wie ein Schmetterling.

 Das Leben ist wie ein bunter Farbenklecks.
 Er begegnet uns an jeder Wegegabelung,
 mal in rosa, mal als grauer Sonnenreflex.
 All' Gutes sich mit dem Leben verbindet,
 wo sich getrost die goldene Mitte findet.
Aus dem Buch "Zur Stillen Einkehr"

23. August 2008

 Sonnenblumen

  Sie leuchten still und doch bescheiden,
  erfreuen uns mit holder Pracht.
  Und selbst an dunkelgrauen Tagen,
  ist es ihr Blütengesicht, das uns zulacht.
.



 Urlaubsregen

  Nichts kann mehr verdrießen,
  als wenn Regentropfen schießen,
  ungeahnt aus grauer Wolke,
  mit frischer Schäfchenmolke.

  Doch ist's nicht jedermanns Geschmack,  
  wenn's prasselt im Sekundentakt,
  und mancher denkt im Urlaub dabei,
  ach säß ich jetzt in der Weinkellerei.

  Da tät's mich überhaupt nicht stören,
  bräuchte zu regnen nicht aufzuhören.
  Es lebe der Wein als edles Getränk,
  dank der Natur, die an alle denkt.


Ich will

Des Wanderns müd' leg' ich mich zur Ruh'
und lass meinen Gedanken freien Lauf.
Ich folge dem Ziel des strebenden Wollens,
die irdischen Elemente und mich zu erkunden.

Ich will - am Firmament mit den Wolken zieh'n,
                    um Sonne, Gestirn und Mond zu begegnen.

Ich will - die hohen Gipfel der Berge erklimmen,
                    um den kühlen Atem der Atmosphäre zu spüren.

Ich will - wie ein Adler durch die Lüfte segeln,
                    um das Gefühl von Freiheit zu empfinden.

Ich will - das klare Wasser des Baches berühren
                    und durch ihn watend mich erfrischen.

Ich will - mich an der bunten Wasserwelt erfreu'n
                   und wie ein Delphin spielend in den Wellen reiten.

Ich will - über grüne, taubedeckte Wiesen laufen,
                    um Gräser und Blumen mit der Hand zu streifen.

Ich will - mit dem Wind über die Felder fegen
                    und bedacht die Spreu vom Weizen trennen.

Ich will - umsichtig durch die Wälder wandern
                    und mit der Natur im Einklang leben.

Ich will - mich am Feuer der Liebe erwärmen,
                    um die Glut der Leidenschaft zu entfachen.

Ich will - mein Gesicht der Sonne zuwenden,
                    um das reine Licht im Herzen zu bewahren.

Ich will
- über alle Lebensbrücken geh'n,
                    um Anfang und Ende besser zu versteh'n.

Ich will - Schwäche und Stärke in mir fühlen,
                    um meinen Taten Nachdruck zugeben.

Ich will - in Wunschgedanken versinken,
                    um alles loszulassen, was mich bedrückt.

Ich will - mein Leben in Gottes Hand legen
                    und meinen Kopf auf Mutter Erde betten.

Ich will - meinen Humor walten lassen,
                    damit sich in der Not mein Lachen nie verliert.

***

                    Gedanken mögen wohl abschweifen,
                    weit in die Welt der Traumfantasie.
                    Doch wer sie nicht gewähren lässt,
                    verliert den höchsten Schatz der Freiheit.

Aus dem Buch "Leben  Lieben  Loslassen"

  Zuhaus‘
 
  Wo die Ostseewellen brechen am Strand,
  und der Wind heult zur See hinaus,
  wo raues Tosen, schäumende Gischt,
  und Möwenschrei durchdringt die Zeit,
  da quillt eine Träne zum Aug' heraus.
 
  Wo ich einatme die Frische der Luft,
  und fühle um mich das Leben pulsieren,
  wo die Boje schaukelt aufm Wellenkamm,
  und Muscheln und Algen stranden zuhauf,
  mag's Herz vor Freude triumphieren.
 
  Wo in glutroter Abenddämmerung
  das Bild der Sonne spiegelt in der See,
  wo mein Blick wandert still zum Kimm
  und die Seele findet Ruhe an Land,
  da schmeckt die Zunge Seemannstee.
 
  Wo schroffe Kreidefelsen empor ragen
  und Strandrosen verzaubern  das Gemüt,
  wo Rosse mit Reiter durchs Wasser traben,  
  die See des Fischers Netze prall füllt,
  da ist mein Zuhaus‘, fühl' ich mich behüt'.
Aus dem Buch  "Leben Lieben Loslassen"








































































Die falsche Lieb

Jan Hinerk
war einst ein fleißiger Bauersmann,                          
der freudig begrüßte den frühen Morgen,
versorgte das Haus, spannte die Rösser an.

Ehrfürchtig brachte er die Saat ins Land
und trieb das Vieh hinaus auf saft'ger Weide.
In späten Frühling er seine wahre Liebe fand.
Zärtlich hüllte er die Braut in Samt und Seide.

Heran wuchs das Korn, die Ähren schwer
wogten sanft im lauen Sommerwind.
Die Vögel sangen, die Stute ein Fohlen gebär';
auf dem Hof spielte fröhlich ein kleines Kind.

Mit Sorgen zogen die Jahre ins Land hinein,
tiefe Kerben zeichneten seine regen Hände.
Voll Stolz nannte er Hof und Familie sein
und hoffte, dass sich das Blatt nie wende.

Im Traumer schien ihm nachts die falsche Lieb
und fragte säuselnd, voller Hinterlist:
"Jan Hinerk, was war's, das dich so trieb
vorbei am schönen Leben? Sei doch Idealist."

"Geh' ins Gasthaus, zieh' das Spiel in Betracht.
Mein Freund, ich werde dich stets begleiten."
Hinerk schuf am Tag und spielte bis in die Nacht,
ließ sich gebannt durch das Skatblatt verleiten.

Der Geber mischte die Karten und rief: "He du,
Jan Hinerk, nehm' ab das Blatt, mindestens vier."
"Hinerk, flüstert die falsche Lieb: "Bewahr' die Ruh'.
Die fünfte Karte ist unsichtbar. Sie gehört nur dir."

Jan Hinerk lachte: "Ich reize mit meinem Blatt."
Und er spielte Pike As; sein Gesicht wurde fahl.
Fest umfasste er die Karten und lächelte matt.
Der Gegner spielte Herz Bube, die bessere Wahl.

Die falsche Lieb ließ ihn vergessen Weib und Kind.
Er spielte das Teufelsblatt, heiß kochte sein Blut,
stets hoffte er auf die Karte, mit der er nur gewinnt.
Jan Hinerk verspielte all' sein Hab' und teures Gut.

Sein Leben zerbrach und die Familie ging fort,
kein golden Korn stand mehr auf dem Feld.
"Lieb", flehte er leis', "sag mir das Zauberwort,
dass jedes Blatt nur für mich gewinnend zählt."

Doch Hinerk verlor Spiel für Spiel...

Verzweifelt rief Jan Hinerk: "Oh, Lieb deck' auf
das fünfte Kartenblatt. Lass uns das Spiel beginnen!"
Die falsche Lieb erklärte listig ihm den Spielverlauf.
"Der Abgrund ist dein Gegener, Leben - zu gewinnen."

Sie drehte um das unsichtbare Blatt und las:
"Hinerk, auf der fünften Karte steht geschrieben:
'Die Waage des Lebens misst mit anderem Maß,
bereitet dem die Hölle, der nur das Spiel tut lieben'."

Die falsche Lieb verschwand aus seinen Sinnen,
mit höhnischem Gelächter ließ sie ihn steh'n.
Die Macht der Spielhölle tat sein Leben gewinnen,
da er die Warnung der Karte wollt' nie versteh'n.



















































Aus dem Buch  "Am Puls der Wirklichkeit"


Startseite